Beugen Sie Jetzt vor!

Fachkommentar: Mag. pharm. Gabriele Müller |

Wir alle freuen uns auf unbeschwerte, warme Tage mit Sonne und blauem Himmel.

Doch die ersten Sonnenstrahlen im Frühling lösen bei vielen von uns unangenehme Hautreaktionen mit juckenden Pusteln, Bläschen und Knötchen aus. Die noch nicht an die Sonne gewöhnte Haut reagiert nach dem Winter sehr sensibel auf die ersehnten Strahlen. Man spricht hier von polymorpher Lichtdermatose. Ihre Symptome treten zeitverzögert eine Stunde bis wenige Tage nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. Betroffen sind nur die Hautstellen, die nicht von Kleidung bedeckt waren: Hals, Dekolleté, Arme, Handrücken, Gesicht…

Allergie oder nicht – man weiß es nicht.

Die roten, juckenden Hautveränderungen erinnern an eine Allergie. Deshalb haben sich umgangssprachlich die Begriffe „Sonnenallergie“ oder „Lichtallergie“ eingebürgert.

Typisch ist, dass sich die Symptome erstmals zeigen, wenn die Haut einer ungewohnten Dosis an UV-Strahlung ausgesetzt war. Das ist in unseren Breitengraden im Frühling oder in einem Urlaub in südlicheren Gefilden oder im Solarium der Fall. Vorsichtig sollte man nach dem Winter die Sonnendosis langsam steigern.

Als natürlichen Schutz produziert unsere Haut das Pigment Melanin. Die entstehende Bräune hält einen Teil der schädlichen UV-Strahlung ab. Nebenbei wird die Hornschicht dicker und es bildet sich die sogenannte Lichtschwiele. Über die Ursachen wird noch gerätselt.

Weitere Formen von „Sonnen- oder Lichtallergien“ sind beispielsweise:

Die phototoxische Reaktion (Phototoxizität)

Sie ist keine echte Allergie. Hier kommt es zu einer chemischen Reaktion des UV-Lichtes mit bestimmten Stoffen wie etwa eingenommenen Medikamenten ( z.B. Johanniskrautpräparate, bestimmte Antibiotika, manche harntreibende Medikamente wie z.B. Furosemid usw.), Bestandteilen von benutzten Körperpflege-
mitteln oder durch Berührung mit Wiesengräsern.

Symptome: Die Haut reagiert „empfindlicher“ auf die UV-Strahlen und es kommt schneller zum Sonnenbrand. Nach der Abheilung können Farbveränderungen (Hyper- / Hypopigmentierung) zurückbleiben.

Die photoallergische Reaktion (Photoallergie)

Das ist eine echte Allergie auf einen bestimmten Stoff (Medikament oder Inhaltsstoff von Hautpflegeprodukt) ausgelöst durch UV-Strahlen.

Der Körper bildet zunächst Abwehrstoffe (Antikörper) gegen diese Substanz (Sensibilisierung). Erst beim erneuten Kontakt (auslösender Stoff mit UV-Licht) kommt es zu Hautveränderungen. Die Abgrenzung zur phototoxischen Reaktion (siehe Seite 22) ist nicht immer zweifelsfrei möglich. Beides kann auch nebeneinander vorkommen.

Symptome: Die betroffenen Stellen röten sich und die Haut juckt stark. Es bilden sich oft Knötchen, Bläschen oder Blasen. Wird der Auslöser nicht gemieden, verdickt sich die Haut und ihre Oberfläche wirkt zerfurcht und schuppig.

Die Mallorca-Akne

Hier bilden sich Akne-artige, juckende Pickelchen (Knötchen) auf Schultern, Dekolleté, Gesicht und Armen, wenn sie der Sonne ausgesetzt waren. Schuld sind meist verwendete Fett- und Emulgator-haltige Cremes und Lotionen. Deshalb sollten die Betroffenen sich bei der Auswahl geeigneter (fettfreier) Lichtschutz- und Körperpflegepräparate in der Apotheke beraten lassen.

Die Lichturtikaria (Urticaria solaris)

Symptome: rötliche Schwellungen, die wie ein Mückenstich aussehen und sich rasch zu Quaddeln vergrößern. Ohne Sonne bilden sich die Hauterscheinungen schnell wieder zurück.

Die Therapie sieht bei allen Dermatosen gleich aus:

  • Sofort kühlen, Antihistaminika (antiallergische Wirkstoffe) auftragen (z.B. Dimetindenmaleat) oder einnehmen (z.B. Loratadin oder Ceterizin).
  • Bei schlimmeren Symptomen (Schock-Reaktion) sofort zum Arzt gehen.
  • Hypoallergene Körperpflegeprodukte verwenden.
  • Eventuell verursachende Medikamente bitte nie ohne ärztliche Rücksprache selbstständig absetzen.
  • Sonne meiden oder nur voll bekleidet in die Sonne gehen.Achtung
    Alle Betroffenen sollten Sonnenschutz besonders ernst nehmen

Wie kann man die Haut effektiv schützen?

  • UV-Schutz durch Kleidung: Ein Sonnenhut, langärmelige Oberteile und lange Hosen halten Sonnenstrahlen teilweise ab. Mittlerweile gibt es spezielle Textilien, die durch ihre Webart oder eine Beschichtung besonders gut gegen UV-Strahlen schützen (geprüfte UV-Schutzkleidung).
  • Mittagssonne meiden
  • Geeignete Lichtschutzmittel verwenden: Unbedeckte Hautstellen wirklich dick eincremen. Der Lichtschutzfaktor sollte 50 betragen. Das Sonnenschutzmittel sollte außerdem sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützen und möglichst frei von Duft-, Konservierungsstoffen und Emulgatoren sein.
  • Vorsicht auch hinter Glas: Die UVA-Strahlen der Sonne können auch durch normales Fensterglas hindurch dringen. Bitte auch hier an Schutz denken.
  • Sonnenschutz von innen mit Carotinoiden: Diese natürlichen Pflanzenfarbstoffe können die Sonnentoleranz der Haut entscheidend verbessern und die negativen Auswirkungen der Sonnenstrahlen auf die Haut vermindern. Die Empfindlichkeit der Haut für Lichtdermatosen kann so reduziert werden. Die Präparate sollten spätestens vier Wochen vor dem ersten Sonnenkontakt mit 15 mg täglich 10-12 Wochen eingenommen werden. So kann ein Basisschutz der Haut von innen aufgebaut werden, der die Sonnencreme unterstützt, diese aber nie ersetzten kann. Starke Raucher sollten Betacarotin nicht zu hoch dosiert und auf Dauer einnehmen.
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