APOaktuell - Kälteschock

Fachkommentar: Mag. Pharm. Adelheid Tazreiter |

Kälteschock.

Der größte Abwehrwall des Menschen ist seine Haut. Sie ist ein Multi-Tasking Organ, das unseren Körper vor gefährlichen äußeren Einflüssen schützt und gleichzeitig schädigende innere Stoffwechsel-
produkte nach außen abführt.

Bei optimalem Hautzustand können Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten nicht hinein, jedoch Schlackenstoffe und übermäßige Hitze mit dem Schweiß heraus. Zudem ist unsere Haut das Tor zur Umwelt und muss diversen äußeren Bedingungen oft in unmittelbarem Wechsel standhalten: Sonne, Nässe, Wind, Staub, Kälte, Heizungsluft u.a.

Damit unsere Haut dabei nicht selbst zu Schaden kommt, trägt sie eine Art schützende „Hülle“, den Säureschutzmantel (=Hydrolipid-film). Zellen aus der obersten Hornschicht vermischt mit Schweiß, Talg und weiteren Stoffen ergeben einen Wasser-Fettfilm von leicht saurem pH-Wert, der die Hautoberfläche überzieht und als Barriere gegen die Umwelt wirkt. Wird dieser Schutzmantel durch Anwendung falscher Pflegeprodukte oder Erkrankungen zerstört, können Keime viel leichter eindringen. Kälte, austrocknende Hitze und UV-Licht (Sonne, Heizung) setzen der Hautbarriere ebenfalls zu und reduzieren deren Schutzfunktion.

Menschen mit empfindlicher Haut klagen in der kalten Jahreszeit häufig über Rötungen und unangenehme Spannungsgefühle. Patienten mit Hautkrankheiten (Ekzeme, Neurodermitis u.a.) erleben nicht selten eine Zunahme der Beschwerden.

Unbehandelte Haut wird leicht zum Kälteopfer

Im Winter ist die Haut immer wieder für längere Zeit Frost und eisigem Wind ausgesetzt. Die Hauttemperatur sinkt dadurch. Als Gegenmaßnahme verengen sich die feinen Blutgefäße in der oberen Schicht, was zu einer Unterversorgung der äußeren Hautzellen führt. Bei extremer Kälte kommt es sogar zu kleinen Mikro-Erfrierungen. Unter +8° Celsius wird die Talgproduktion völlig eingestellt. In der Folge wird der Hydrolipidfilm dünner und durchlässiger. Wasser aus der Haut kann leichter verdunsten. Heizungsluft in warmen Räumen vergrößert den austrocknenden Effekt. Verbringt man gern Zeit auf verschneiten Bergen wird die Haut durch die verstärkte UV-Strahlung der Sonne zusätzlich gestresst. Ohne spezielle Pflege kann sich der Säureschutzmantel dann oft nicht mehr selbst regenerieren.

Die richtige „Nahrung“ für die Haut im Winter

Um den Hydrolipidfilm richtig zu nähren, muss das Pflegeprodukt sowohl Feuchtigkeit zuführen als auch rückfettend sein. In welchem Mengenverhältnis wässriger und fetthaltiger Anteil zu einander steht, richtet sich nach den äußeren Einflüssen und dem individuellen Hautzustand.

Im Sommer überwiegt in der Regel die Feuchtigkeit, bei frostigen Witterungsverhältnissen oder generell trockener Haut der Anteil von Fetten (= Lipide) und fetten Ölen. Austrocknende Substanzen wie Alkohol (z.B. in Gesichtsreinigungen) sind im Winter tabu.

Pflegepräparate für die kalte Jahreszeit sollen die Haut mit ausreichendem Fett versorgen, aber auch feuchtigkeitsspendend sein. Sie enthalten meist folgende Bestandteile:

  • Basis: möglichst natürlich und nicht-allergen, fettend z.B.: Bienenwachs, Kakaobutter, Sheabutter (u.a.) oder Fertig-Basis-Cremes als Rezeptur-Grundlage.
  • Feuchtigkeitsspendender Anteil:
    Pantothenol, Harnstoff (=Carbamid=Urea), Hyaluronsäure, Glycerin, Aloe vera u.a.
  • Rückfettende Inhaltsstoffe: natürliche Öle (Avocadoöl, Leinöl, Olivenöl, Nachtkerzenöl, Mandelöl, Traubenkernöl, …)
  • Natürliches Konservierungsmittel (Antioxidans): Tocopherol (=Vitamin E)

Spezialfall KÄLTESCHUTZCREME

Nicht zur Pflege, sondern rein zum Schutz vor Wind, Nässe und Frost dienen so genannte Kälteschutzcremes („Cold Creams“). Sie bilden einen abschirmenden Fettfilm und sollten keinen Wasseranteil enthalten (das würde Erfrierungen begünstigen)! Sobald man wieder in die Wärme kommt, ist es besser für die Haut, die Kälteschutzcreme zu entfernen. Einige Firmen stellen fertige Produkte her, die häufig auch für Kleinkinder geeignet sind und mit möglichst natürlichen Inhaltsstoffen arbeiten.

Mögliche Bestandteile sind:

  • Grundlagen: Bienenwachs (Cera flava), Kakaobutter (Oleum Cacao), Sheabutter,
    Wollwachs (Cera lanae)
  • Fette Öle: Jojobaöl, Arganöl, Mandelöl, Nachtkerzenöl, Schwarzkümmelöl u.a.
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